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Frankfurt am Main, den 10.11.2017

Drohne mit 100 km Reichweite

Wingcopter hat Helikopter und Flugzeug vermählt


Bei einem Start-up Pitch Mitte Oktober im House of Logistics and Mobility haben sich junge Unternehmen mit ihren Ideen und Konzepten dem Urteil einer Fachjury gestellt. Wir stellen die Start-ups und ihre Geschäftsideen in Kurz-Interviews vor. In diesem Beitrag präsentieren wir Wingcopter. Auf unsere Fragen haben Tom Plümmer, Ansgar Kadura und Nico Heinrich (im Bild v.l.) geantwortet.   

 

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Start-up, für Ihr Unternehmen gekommen?

Tom Plümmer: Die Ursprungsidee hatte unser Kollege Jonathan Hesselbarth, zumindest von der technischen Seite her, und zwar schon 2012. Damit war er einer der Ersten weltweit, die überlegt haben, wie man eine vertikal startende und trotzdem weit fliegende Drohne bauen und das Ganze über eine Schwenkmechanik realisieren kann. Deshalb halten wir heute auch das Patent auf die Technologie. Man startet also mit den vier Rotoren nach oben, schwenkt diese vier Rotoren um 90° nach vorne und generiert durch die Flügel, die die Drohne hat, den Auftrieb, sodass man wirklich lange Strecken fliegen kann.

Welche Reichweite hat Ihre Drohne und was kann sie zuladen?

Tom Plümmer: Unsere aktuelle Reichweite beträgt bis zu 100 Kilometer mit einer Batterieladung. Wir können auf dieser Distanz bis zu sechs Kilogramm Ladung transportieren bei einer Flugzeit von bis zu zwei Stunden. Wir kombinieren mit unserer Dohne einen Flächenflügler mit einem Multicopter. Das ist unsere Erfindung.

Daraus ist dann der Name Wingcopter entstanden?

Tom Plümmer: Genau.

Das ist ungewöhnlich, als Start-up bereits ein Patent zu halten.

Tom Plümmer: Das war relativ wichtig, das zu sichern, weil es große Gegenspieler gerade im asiatischen Raum gibt. Da muss man sich einen Vorsprung sichern. Der erste Schritt ist deshalb, die Kerntechnologie abzusichern. Das haben wir gemacht. Seit 2012 haben wir das Patent.

Was war bislang für Sie die größte Hürde, die Sie zu nehmen hatten?

Tom Plümmer: Die Finanzierung ist im Allgemeinen schwierig, aber wir haben Familie und Freunde und konnten uns deshalb selbst finanzieren. Wir wollten einfach so lange wie möglich unabhängig  bleiben. Mittlerweile arbeiten wir ernsthaft daran, eine Investitionsrunde vorzubereiten. Wir würden am liebsten noch dieses Jahr einen Deal schließen mit einem Investor, um dann wirklich dann große Schritte zu gehen.

Was hat Sie denn im Verlauf Ihres Projektes am meisten überrascht, positiv, wie negativ?

Tom Plümmer: Das Negative ist, dass die Gesetze sich nur sehr sehr langsam wandeln. Ich dachte damals, als wir begonnen haben, dass die Regierung hier in Deutschland erkennt, dass das ein großes technologisches Feld ist, das sich jetzt gerade öffnet und dass man da der Erste sein muss. Ich glaube, dass sie es erkannt haben. Aber bisher ist immer noch alles super eingeschränkt. Wir gucken also deshalb genau jetzt auch nach Projekten im Ausland, weil wir halt hier fast keinen Fuß fassen können.

Und das Positive?

Das Positive ist, dass es sehr, sehr viele Synergien gibt. Wir haben wahnsinnig viele Kontakte durch das Projekt bekommen, Großkonzerne, interessante Leute, Einzelpersonen weltweit, die wirklich auf uns zukommen, obwohl wir im Endeffekt ein noch kleines Team sind und wenig Budget haben. Trotzdem reden wir inzwischen mit richtig großen Firmen.

Mit welchem Angebot oder welchem Service könnte man die Start-up-Förderung in Deutschland  verbessern oder optimieren?

Tom Plümmer: Was fehlt ist eine Förderung für die Early-Stage-Start-ups. Es gibt zwar Exist, das ist auch sehr lobenswert, das haben wir auch bekommen. Das Problem ist, dass man dafür meistens Eigenkapital braucht. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Man braucht Geld, um Geld zu bekommen. Und wenn man keins hat, kriegt man auch keins. Wir haben jetzt mehr als zwei Jahre versucht, uns über Wasser zu halten mit Eigenmitteln. Da hätte sicherlich mal eine Finanzspritze gut getan. Und das ist schade, dass es das nicht gibt. In Deutschland müsste es neben Exist deshalb weitere Programme auf diesem Level für Frühstarter-Start-ups oder Frühphasen von Start-ups geben.

Nico Henrich: Die Gründungsmentalität hier in Deutschland muss sich ändern. Wir müssen mehr Akzeptanz dafür schaffen, dass Risikokapital freigemacht wird für solche riskanten Projekte, die aber im Endeffekt doch wieder einen Pay-Off haben. Auf der anderen Seite sehe ich in Deutschland auch noch viele rechtliche Hürden, um eine GmbH zu gründen. Das müsste viel einfacher sein. Es müsste vor allem viel schneller gehen, sich im Handelsregister anzumelden.

Interview: Jürgen Schultheis

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de