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Frankfurt am Main, den 15.06.2016

Energieträger für Flugzeug- und Schiffsantriebe

Prof. Dr. Sterner über die Zukunft der Wasserstofftechnologie in der Mobilität

 

Der Wirkungsgrad der Elektrolyse, bei der mit Strom aus regenerativen Quellen Wasserstoff erzeugt wird, wird nach Einschätzung von Prof. Dr. Michael Sterner (OTH Regensburg)  in den nächsten Jahren auf 70 Prozent steigen. Sterner, der Professor für Energiespeicher ist und die Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher (FENES) leitet, widersprach am Dienstag beim Bürgerforum Energieland Hessen im House of Logistics and Mobility (HOLM) der Behauptung, bei power-to-gas-Verfahren werde Energie verschwendet.

Sterner erinnerte daran, dass es 100 Jahre gedauert habe, um den Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke bei der Verstromung von zehn auf 40 Prozent zu steigern. Das Auto erreicht laut Sterner trotz 100 Jahren Optimierung lediglich einen Wirkungsgrad von 25 Prozent. Der Energiespeicher-Experte sagte im Blick auf Klimawandel und Dekarbonisierung, dass „wir die letzte Generation sein werden, die fossile Energie in diesem Ausmaß nutzt“. Power-to-gas biete in diesem Zusammenhang beste Chancen und eine einfache Lösung.

Ob und wie sich Wasserstoff als Energiespeicher für eine abgasfreie Mobilität nutzen lässt, ist laut Prof. Dr. Sterner noch nicht ausgemacht. „Die Wasserstofftechnologie ist eine vielversprechende Technologie, in die wir seit 30 Jahren investieren. Wir investieren in Tankstellen, die je eine Million Euro kosten. Die Frage ist, inwieweit sich das durchsetzen wird.“

Ein Wasserstoffauto koste heute 80.000 bis 90.000 Euro, ein Gasauto zwischen 10.000 und 15.000 Euro. In Deutschland gebe es vielleicht 20 Wasserstofftankstellen und rund 900 Gastankstellen. Trotz steuerlicher Begünstigung würden aber keine fast keine Gasfahrzeuge gekauft.

Ob man am Ende eine Wasserstoffinfrastruktur aufbaue für die Mobilität, sei zwar wünschenswert, „aber ich wage es zu bezweifeln, ob es so kommt“. Hinzu komme, dass die Wasserstoffmobilität starke Konkurrenz durch die Batteriemobilität hat. Das gelte auch für den Schwerlastverkehr auf Straße, wo die Wasserstofftechnologie Konkurrenz durch leitungsgebundene Elektromobilität bekommt. Da hat Wasserstoff laut Stener zwar auch eine Chance, aber ob sich diese Technologie durchsetzen könne, sei ebenfalls nicht absehbar. „Wie das Rennen ausgeht, ist offen.“

Nach Einschätzung von Prof. Dr. Sterner macht der Einsatz von Wasserstoff dann Sinn, wenn in  Raffinerien grünes Kerosin und grüner Diesel hergestellt wird, um damit Flugzeuge und Schiffe zu versorgen. „Im Flugverkehr und in der Schifffahrt gibt es keine Alternativen zu Kohlenwasserstoff“, sagte Prof. Dr. Sterner. Es habe erste Tests mit Brennstoffzellen gegeben, die die Energie für Flugantriebe geliefert hätten. Es könne aber 30 oder 40 Jahre dauern, bis solche Techniken eingesetzt werden könnten.

Wasserstoff kann eine tragende Rolle spielen, weil er über einen reversiblen Prozess in der   Brennstoffzelle sehr effizient genutzt werden kann und wenn er zu Gas oder zu grünem Kerosin weiterverarbeitet werde. Der Nachteil liege darin, dass es das kleinste Molekül sei und überall diffundiere. Es sei teuer, die Speicher dicht zu bekommen, zudem sei die Haltbarkeit der Speicher begrenzt und der Transport des Wasserstoffs schwierig.  

Energieland Hessen

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de