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Frankfurt am Main / Darmstadt , den 23.10.2017

Projekte der Innovationsförderung (2): Analyse der Akzeptanz von akteursübergreifenden Cargo-Community-Systemen in der Luftfahrt

Das Projekt der TU Darmstadt


Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. In den nächsten Monaten werden wir in loser Folge die Projekte vorstellen.

Heute präsentieren wir das Projekt "Analyse der Akzeptanz von akteursübergreifenden Cargo-Community-Systemen in der Luftfahrt". Der Ansatz: Steigendes Frachtaufkommen sowie geringe Margen und enormer Kostendruck erfordern eine effektive und effiziente Vernetzung und Kommunikation entlang der fragmentierten Luftfracht-Transportkette. Dabei spielen IT-Lösungen, hier Cargo Community Systeme (CCS), eine wichtige Rolle für den akteursübergreifenden Informationsaustausch. Für das Durchsetzen oder Scheitern ist zumeist allerdings nicht die Technik, sondern das Nutzungsverhalten entscheidend. Gerade bei CCS steigen die Komplexität und Anforderungen schnell erheblich an.

In der Forschung werden bisher vor allem theoretische Modelle herangezogen, die die unternehmensinternen Einflussfaktoren untersuchen. In Bezug auf CCS zeigt sich, dass eine Weiterentwicklung für das akteursübergreifende Verhalten notwendig ist. Vor diesem Hintergrund verfolgen die TU Darmstadt (Konsortialführer), die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Rhein-Main und der Air Cargo Community e.V. das Ziel, die theoretischen Ansätze um die akteursübergreifende Sicht zu erweitern. Dabei wird betrachtet, welche Einflussfaktoren bei beteiligten Akteuren vorzufinden sind, wie diese die Akzeptanz beeinflussen und wie eine akteursübergreifende Diffusion der CCS erreicht werden kann.

Unsere ergänzenden Fragen zum Projekt hat Prof. Dr. Ralf Elbert, Professor am Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik an der TU Darmstadt, beantwortet. Link zum Projekt.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Die ursprüngliche Projektidee ist bereits vor drei Jahren zwischen der TU Darmstadt und einem großen Akteur im Luftfrachtbereich entstanden. Die Idee ist seitdem weiter gewachsen und hat sich im Austausch mit der Frankfurt University of Applied Sciences, die in der Vergangenheit bereits Projekte mit der Cargo Community am Frankfurter Flughafen durchgeführt hat, konkretisiert. Nachdem neben der Logistik- und Transportexpertise des Fachgebiets Unternehmensführung und Logistik der TU Darmstadt, der Frankfurt University of Applied Sciences und der Hochschule Rhein-Main, die IT-Expertise des Fachgebiets Information Systems und E-Services der TU Darmstadt und das Praxis-Knowhow der Air Cargo Community Frankfurt e.V. im Projektkonsortium vertreten waren, wurde die Projektskizze 2016 bei der HOLM-Innovationsförderung eingereicht.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?

Ohne die HOLM-Innovationsförderung wäre das Forschungsprojekt wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Unternehmen der Luftfrachtbranche haben mit geringen Margen und einem großen Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Gerade um die zentrale Bedeutung der Branche für den Standort Frankfurt und das gesamte Rhein-Main-Gebiet weiter zu stärken sowie die Effizienz und Effektivität der etablierten Prozesse in der Luftfracht zu verbessern, spielt die praxisorientierte Forschung jedoch eine wichtige Rolle. In der Akzeptanzforschung von cloudbasierten Community System hat sich gezeigt, dass es vor allem hinsichtlich der unternehmensübergreifenden Treiber und Barrieren einen großen Forschungsbedarf gibt. Da die Erkenntnisse dieser Forschung jedoch nicht direkt zu verbesserten Prozessen oder höheren Margen der einzelnen Unternehmen führen, ist die industrielle Förderung häufig schwierig umsetzbar. Das HOLM bietet außerdem eine optimale Plattform für den Projektaustausch zwischen Forschung und Praxis. So können neben den regelmäßigen Projekttreffen, die Räumlichkeiten für Expertengespräche genutzt werden.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft / Politik / Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?

Cargo Community Systeme am Beispiel des Frankfurter Flughafens haben für die Unternehmen am Standort eine hohe Relevanz. Akteure erkennen zwar die Notwendigkeit und Vorteilhaftigkeit dieser Systeme, trotzdem liegt die Nutzung zumeist im einstelligen Prozentbereich. Im Projekt werden verschiedene Faktoren, die die Akzeptanz von Cargo Community Systemen beeinflussen, offengelegt. Die Erkenntnisse sollen zudem hochrangig publiziert werden und somit zentral zur Akzeptanzforschung von cloudbasierten Community Systemen beitragen. In Zukunft können daraus zielgerichtete wirtschaftliche und politische Maßnahmen abgeleitet werden.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?

Überrascht hat uns am meisten, dass die Cargo Community am Frankfurter Flughafen auf der einen Seite zwar sehr dynamisch ist, sich aber auf der anderen Seite in den letzten Jahren vor allem hinsichtlich der Prozesse nicht viel verändert hat. IT-Lösungen bieten hierbei die Möglichkeit, die Prozessqualität zu verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Daraus ist vor über sechs Jahren die Initiative entstanden, ein gemeinsames Cargo Community System einzuführen, dass sich allerdings bis heute nicht vollständig durchsetzen konnte.

Wo sehen Sie weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?

Nachdem die relevanten Faktoren identifiziert wurden, müssen diese in einem nächsten Schritt bewertet werden, um den Einfluss auf die Akzeptanz eines Cargo Community Systems zu überprüfen. Daraus können dann unterschiedliche Entwicklungsszenarien und Handlungsstränge abgeleitet werden, die hinsichtlich ihrer Effizienzsteigerungspotentiale simulationsbasiert analysiert werden können. Der Einsatz ist zentral von der Community abhängig und muss mit genau dieser weiter entwickelt und spezifiziert werden, um nicht nur die Akzeptanz auf strategischer Ebene sondern auch die tatsächliche Nutzung auf operativer Ebene in Zukunft sicherzustellen und zu verbessern.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiter entwickeln?

In der Vergangenheit wurde die Einführung des Systems von einer Kerngruppe in der Cargo Community vorangetrieben. Die Zwischenergebnisse zeigen allerdings, dass es von zentraler Bedeutung ist, weitere Akteure bzw. die Community als Ganzes stärker in den Entwicklungsprozess einzubinden. Dies könnte ein weiterer Ansatzpunkt sein und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in diesem sehr spannenden und hoch aktuellen Forschungsfeld.

Kontakt:

Prof. Dr. Ralf Elbert

Technische Universität Darmstadt
Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik
Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
Hochschulstraße 1
64289 Darmstadt

Tel.: 06151 16 24430

Fax.: 06151 16 24444

elbert@log.tu-darmstadt.de

www.log.tu-darmstadt.de

 

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de