Sie möchten diese Information von HOLM mit anderen teilen?

Sie möchten diese Information über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

Facebook Twitter AddThis
×

Besuchen Sie uns:



Förderpartner des HOLM


×

HOLM - Baustellenkamera

×
Frankfurt , den 17.07.2014

Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität, stellt die Themen der JLU vor


In den nächsten Wochen und Monaten beziehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und Unternehmen ihre Büros im neuen Gebäude des House of Logistics and Mobility im Frankfurter Quartier Gateway Gardens direkt am Flughafen. In loser Folge stellen wir Ihnen in kurzen Interviews die neuen Mieter vor. Heute beantwortet Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität, unsere Fragen.



Warum haben Sie sich für eine Repräsentanz im HOLM entschieden?

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee: Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) identifiziert sich als zweitgrößte Universität der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main mit dem Ziel der Erforschung und Entwicklung integrierter, sicherer und nachhaltiger Logistik- und Mobilitätslösungen. Der Fokus dieser Forschungen liegt auf innovativen Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Zudem ist die JLU an der Entwicklung innovativer Konzepte und Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen der Verkehrs- und Infrastrukturplanung interessiert, um die Realisierung von Effizienzgewinnen in Logistik und Mobilität durch innovative Prozesse und neue Technologien zu erreichen.

Welche Themen und Projekte werden Sie im HOLM bearbeiten?

An der JLU besteht seit 2009 ein „Elektrochemie- und Grenzflächenlaboratorium“ als Kompetenzzentrum für Grundlagenforschung zur Elektromobilität. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Aufbau des Laboratoriums im Rahmen des Konjunkturpaketes II mit rund 2,5 Millionen Euro. Insgesamt investiert das BMBF bundesweit 30 Millionen Euro in den Aufbau eines Netzwerks von Verbundpartnern an Universitäten und Forschungsinstituten. Ausgewählt wurden Einrichtungen, die in der Elektrochemie als besonders profiliert gelten und über langjährige Forschungserfahrung in diesem Bereich verfügen – an der JLU forscht u. a. die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jürgen Janek am Physikalisch-Chemischen Institut an grundlegenden elektrochemischen Fragestellungen, die für Energieumwandlung und -speicherung wichtig sind.

An der JLU gibt es mittlerweile vier Institute, an denen eng kooperierende Arbeitsgruppen zur Elektrochemie forschen und lehren: das Physikalisch-Chemische Institut, das Institut für Anorganische und Analytische Chemie, das Institut für Angewandte Physik und das I. Physikalische Institut. Die JLU fördert diese Entwicklungen u. a. durch die Einrichtung des gemeinsamen Laboratoriums für Materialforschung (LaMa), unter dessen Dach zentrale Methodenplattformen gebildet werden (z. B. Nano- und Mikrostrukturierungslaboratorium, Elektrochemie- und Grenzflächenlaboratorium). Die JLU besitzt mit diesen Einrichtungen ein hervorragendes Potenzial für die Entwicklung von Materialien für elektrochemische Energietechnologien, u. a. für Lithium-Hochleistungsbatterien, Thermoelektrika, Photovoltaik und Hochtemperatur-Brennstoffzellen wie Festoxidbrennstoffzellen (SOFC, Solid Oxide Fuel Cell).

Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der JLU sind Aktivitäten in Richtung HOLM in erster Linie an die neu zu besetzende Professur für Technologie-, Innovations- und Gründungsmanagement gebunden. Zudem wird im Rahmen des geplanten „Sales Centers“ die Verknüpfung von „Vertrieb“ mit „Logistik" auf einen Beitrag zum HOLM hin ausgelotet.

Aus Sicht des Instituts für Geographie der JLU ergeben sich eine Reihe von Nutzungsoptionen.  Lehrveranstaltungen der Geographie, insbesondere aus dem Bereich Raumplanung und Verkehrsgeographie mit den Professoren Diller und Liefner. HOLM bietet sich vor allem auch als Ausgangs- und Endpunkt für lokale und Fernexkursionen an. Praktikantenbörsen und praxisbezogene Workshops mit Akteuren aus der Wissensmetropolregion Frankfurt. Denkbar ist auch die Möglichkeit der Nutzung für internationale Forschungsgruppentreffen (z. B. Klimaforschung, Prof. Luterbacher, Akademie für Raumforschung und Landesplanung) oder internationale Konferenzen (z. B. Afghanistan-Konferenz Prof. Dittmann).

Mit welchen Partnern möchten Sie kooperieren?

Zunächst möchte die JLU die Ansiedlungsmöglichkeit im so genannten „Brückenkopf“ des HOLM nutzen, um dort eine dauerhafte Präsenz vor Ort zeigen zu können. Potentielle Partner sind die in den zuvor genannten Forschungsfeldern tätigen KMU.

Wie viele Personen werden in der Repräsentanz im HOLM arbeiten und welche Schwerpunkte haben Sie bislang betreut?

Zunächst werden Mitglieder der Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Jürgen Janek und Prof. Dr. Christian Diller in der Repräsentanz der JLU im HOLM arbeiten. Die bisherigen Schwerpunkte dieser beiden Arbeitsgruppen sind.

AG Janek: physikalisch-chemische Grundlagen von Festkörperprozessen, die für moderne Energie- und Grenzflächentechnologien wichtig sind. (Netzwerke mit Bezug zur Elektromobilität, in denen die AG Janek vertreten ist: BASF Forschungsnetzwerk „Elektrochemie und Batterien“, Hessisches Graduiertenprogramm Elektromobilität, LOEWE-Schwerpunkt STORE-E, Whell2Battery2Wheel)

AG Diller: Raumplanung und Stadtgeographie (insbesondere raumbezogene Evaluationsforschung), Geographische Handelsforschung (Innenstadtentwicklung und Einzelhandel), Immobilienwirtschaft, Kriminalgeographie (Sicherheit in Städten), Raumplanungsmethoden, Regional-Governance-Forschung

Welche Bedeutung hat die neutrale Plattform HOLM für die Logistik- und Mobilitätsbranche in Hessen und für die Metropolregion FrankfurtRheinMain insgesamt?

Diese Frage kann nur die Landesregierung beantworten, nicht eine einzelne Universität. Die Landesregierung selbst schreibt in ihrer Hessischen Innovationsstrategie 2020 dazu: ,Die Logistik muss sich auch den gesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Dazu gehört der demografische Wandel ebenso wie der Klima-, Lärm- und Emissionsschutz und die Frage nach der für Logistik und Mobilität künftig eingesetzten Energie. Gegenwärtig steht die Transport- und Logistikbranche vor einer gravierenden Wende hin zu echtzeitnahen, dezentralen, individuellen, flexiblen und adaptiven Lösungen. Engagierte Organisationen der Branche bemühen sich darum das Zusammenspiel der Kräfte sicherzustellen. Hierbei stehen die Vernetzung der Unternehmen untereinander und die Vernetzung von Unternehmen mit Hochschulen im Vordergrund. Ein Kooperationsprojekt, um innovative Logistikkonzepte zu entwickeln, ist das von der Landesregierung initiierte „House of Logistics & Mobility“ (HOLM, siehe Handlungsfeld House-of-Konzept).

Ein weiteres Kernthema in diesem Schlüsselbereich ist die Elektromobilität. Das Land Hessen hat die Dachmarke „Strom bewegt“ etabliert, unter der alle Aktivitäten vermarktet werden. Hierzu zählen die Projekte privatwirtschaftlicher Akteure sowie geförderte Projekte mit Unterstützung von Bund und Land. Auch KMU sollen hier die Möglichkeit erhalten, ihre Innovationen im Bereich Elektromobilität oder im Rahmen neuer Mobilitätsketten zu präsentieren und sich auszutauschen.

Die Cluster- und Netzwerkaktivitäten sowohl im Bereich der Luftverkehrswirtschaft (Airlines und Flughäfen) als auch in der Luftfahrttechnik (Industrie) sollen zukünftig unter einer Marke „Hessen Aviation“ zusammen dargestellt und über die Plattform HOLM vernetzt werden. Im ersten Schritt werden die bestehenden regionalen Cluster Competence Center Aerospace (CCA) in Kassel und Hessenmetall Aviation Cluster RheinMain in Darmstadt über einen gemeinsamen Steuerungs- und Lenkungskreis zu einem Netzwerk verbunden. Ziel ist die Erhöhung sowohl der Sichtbarkeit als auch der Schlagkraft der vorhandenen Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft in Hessen.“
Die  JLU schließt sich dieser Linie grundsätzlich an.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Bereich Logistik oder Mobilität?

Die größte Herausforderung besteht in der Organisation von Logistik und Mobilität in der Art und Weise, dass auf der Grundlage der vorhandenen Infrastruktur mehr Menschen und Güter bei geringeren Umweltbelastungen transportiert werden können.


Die Fragen hat Jürgen Schultheis gestellt.


Hessische Innovationsstrategie 2020

http://www.hessische-innovationsstrategie-2020.de/Hessische_Innovationsstrategie_Endfassung_2013_08_28_komplett.pdf

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de