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Frankfurt am Main , den 28.09.2017

„Logistik ist das Nervensystem der Wirtschaft“

5. EXCHAiNGE-Konferenz im House of Logistics and Mobility


Die höchstbewerteten Unternehmen sind heute in letzter Konsequenz Supply Chainer.  „Nicht mehr das Kernprodukt  steht im Zentrum, sondern die Fähigkeit der informationslogistischen Verknüpfungen.“ Davon ist der Leiter des Wuppertal Instituts, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, überzeugt. Bei der 5. EXCHAiNGE Mitte September referierte der Wissenschaftler unter der Überschrift  „Am Anfang war die Supply Chain … und sie ist damit der Schlüssel für zukunftsfähiges Wirtschaften“ im House of Logistics and Mobility in Frankfurt am Main.

Dr. Petra Seebauer, Herausgeberin von Logistik heute, sagte zur Eröffnung der Konferenz, dass eine hybride Supply Chain als innovatives Konzept nur durch die eng Verzahnung von Einkauf, Finanzen und Logisitk möglich sei.   

Klaus Krumme, Geschäftsführer des Zentrums für Logistik & Verkehr, plädiert seit längeren für neues Verständnis des Supply Chain Managements im Sinne der Nachhaltigkeitsforschung. Moderne Logistik-Services gehen nach Ansicht von Krumme weit über Transport, Umschlag und Lagerung hinaus. Heute spielten so genannte value added services, also Mehrwertdienste, zu denen beispielsweise die Vormontage von Anlagenteilen, Etikettierung von Textilien oder Bestückung von Displays zählen, eine zunehmend wichtige Rolle. Diese Services können nur erbracht werden auf Basis stark verflochtener Branchen. Die Logistikbranche hat nach Einschätzung von Krumme in den vergangenen Jahren an Macht gewonnen in Deutschland.

„Logistik ist das Nervensystem der Wirtschaft“, sagte Krumme. Die Branche könnte aber noch deutlich mehr innovative Impulse setzen und müsse sich auch setzen.

Für Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Leiter des Wuppertal Institutes, muss die Branche solche innovativen Impulse etwa im Blick auf den Klimawandel geben, weil der Klimawandel die Disparitäten verschärft. Die Frage sei, wie die Logistik und Supply Chain auf diese Herausforderungen reagiere und ob sie das Potenzial habe, mit neuen Services diese Herausforderungen anzunehmen.

Der Klimawandel ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Schneidewind allumfassend und fundamental, gleichwohl habe das Thema im Wahlkampf fast keine Rolle gespielt. „Klimawandel ist etwas, was wir in großen Teilen über das Wirtschaftssystem mit herbeigeführt haben und der uns unsere Gestaltungsmöglichkeiten ein Stück weit entzieht. Wir werden uns damit beschäftigen müssen, wie wir Verluste kompensieren, die durch Klimawandel eintreten werden.“

Neben dem Klimawandel nannte Schneidewind die Digitalisierung und den demographischen Wandel als entscheidende Treiber einer sich transformierenden Wirtschaft.  Auf diese drei enorm starken Treiber könne die Logistik allein nicht reagieren.

Der Blick auf Logistik und Supply Chain wandele sich, sagte Schneidewind. Die Branche stehe heute für mehr als nur Effizienskofferträger zu sein, der den Entscheidungen, der Produktion und dem  Marketing nachgelagert sei, „aber nicht im Driverseat sitzt“.  Strategische Weichenstellungen seien aber im Kern logistische Prozesse, was den Wert der Waren und Güter erhöhe.

Mit dem Wandel im Selbstverständnis und in der Grundhaltung, was die Supply Chain ist oder sein könnte, wachse aber auch die Verantwortung.Gleichzeitig sieht Schneidewind aber auch neue Chancen: „Als Effizienzkofferträger hat man sich darum bisher nicht kümmern müssen.“

Heute seien die höchstbewerteten Unternehmen in letzter Konsequenz Supply Chainer. Der aktuell weltweit größte Anbieter von Hotelzimmer sei Dienstleister und besitze kein einziges Hotel mehr. Der online Vermittlungsdienst für Personenfahrten Uber hat keine eigenen Autos. „Nicht mehr das Kernprodukt  steht im Zentrum, sondern die Fähigkeit der informationslogistischen Verknüpfungen.“

Kritisch äußerte sich Schneidewind zum Effizienzparadigma der Branche. Die Preise für Transport und Dienstleistung bildeten durch die Steigerung der Effizienz bei weitem nicht die ökologischen  Konsequenzen ab. „Je effizienter, desto größer ist der ökologische Rucksack. Effizienz wird selbst zum Motor des Nichterreichens der Klimaziele.“  

Innenstädte erstickten heute angesichts der Vielzahl von Zulieferdiensten an Verkehr, weil es möglich sei, mit einem Klick jedes Produkt zu bestellen, um es wenige Stunden später geliefert zu bekommen. „Wir kommen mit dem Wachstum nicht mehr klar“, sagte Schneidewind. Der Zusammenbruch urbaner System und die Minderung unserer Lebensqualität in den Städten seien Gefahren.“

Neben der Frage, wie Logistik die Kreislaufwirtschaft der Zukunft ermöglichen kann, muss es laut Schneidewind in Zukunft auch darum gehen, das gesamte Mobilitätssystem neu zu organisieren. „Das ist eine Schlüsselherausforderung in den nächsten Jahren.“

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de